Unsere Weiterbildungen in der BiN

Wir haben Udo Wollenhaupt eingeladen: Er wird sich um das Thema Shohin Liebe Weiterbildungsinteressierte, liebe Bonsaifreunde in Nah und Fern, ich freue mich, die Herbst-Weiterbildung des Regionalverbandes Bonsai-im-Norden ankündigen zu können: am 18.10.2026 von 10.00 -17.00 Uhr in Stuhr bei Bremen, Henleinstr. 8a in den Räumen des VdBUM.
BiN 2023 Bremen 714
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Martin Sturm ist in seinem beruflichen Leben Chirurg und empfiehlt für den Umgang mit der Schere, diese zwischen Daumen und Ringfinger zu halten. Dabei liegt der Zeigefinger auf dem Gelenk, korrigiert die Richtung und übt den Druck aus. Der Mittelfinger bleibt eingeklappt. Lässt der Ringfinger los, hängt die Schere gefahrlos am Daumen.

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"Laubbäume im Frühling", Referent: Martin Sturm Thema der Frühjahrs-Fortbildung des RV BiN war dieses Mal die Gestaltung und Pflege der Laubbäume allgemein. Insgesamt war die Fortbildung in Bremen-Stuhr mit 40 Teilnehmern zum wiederholten Mal nahezu ausgebucht. Als Referent konnte Martin Sturm gewonnen werden, der sich unter anderem aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung mit einheimischen Arten, als auch mit Import-Bäumen als ein sehr guter Lehrer und Ansprechpartner erwiesen hat. Alle mitgebrachten Bäume, insgesamt mehr als 35 Laubbäume und 23 verschiedene Arten, wurden vom Referenten individuell besprochen und konkrete Empfehlungen für Pflege und Möglichkeiten der Gestaltung gegeben. Martin Sturm brachte uns ab 10 Uhr zunächst über ca. 1,5 Stunden allgemeine Aspekte der Pflege von Laubbäumen näher. Dabei stellte er die große Unterschiedlichkeit der Ansprüche bei den vielen verschiedenen Laubbaum-Arten heraus und folgte in seinen Erläuterungen dem Jahresablauf. Hinsichtlich der Überwinterung reagieren viele Laubbäume auf Temperaturen im Minusbereich sensibler als Nadelbäume. Sofern im Herbst/Winter Gestaltungsmaßnahmen wie Rückschnitt und Drahten erfolgt sind, sollte jedenfalls eine Unterbringung im Kalthaus bei Temperaturen über Null erfolgen. Dies gilt generell ebenso für Bäume in kleinen Schalen (mame, shohin) zum Schutz der Wurzeln. Dabei sollte das Substrat grundsätzlich besser nicht abgedeckt werden, um die Boden-Feuchtigkeit optisch kontrollieren zu können. Aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen Anfang März und der Frost-Anfälligkeit austreibender Laubbäume war die Vorgehensweise bei der Auswinterung aus dem Kalthaus ein wichtiges Thema. Der Referent hat für sich entschieden, austreibende Laubbäume keiner "Frühjahrswanderung" mehr auszusetzen und wintert daher seine Laubbäume erst dann aus, wenn keine Gefahr mehr für Spätfröste besteht. Für Laubbäume empfiehlt Martin Sturm das Umtopfen im Frühjahr, zeitlich gestaffelt und folgend dem sichtbaren Anschwellen der Knospen zum Austrieb. Die Düngung nimmt der Referent ab Mitte Februar bis November vor, abwechselnd mit flüssigem mineralischen und festem organischen Pellet-Dünger. Dabei wechselt Martin Sturm das Produkt zweimal jährlich gewechselt. Der sommerlichen Blattschnitt sollte laut Martin Sturm so vorgenommen werden, dass etwa ein Drittel der Blattmasse entfernt wird. Er bevorzugt dabei die vollständige Entfernung der ausgewählten Blätter, um braune Schnittstellen zu vermeiden. Der Blattschnitt verbessert aufgrund der Förderung des Neuaustriebs die Feinverzweigung. Danach widmete sich der Referent bis kurz vor 17 Uhr der großen Anzahl der mitgebrachten Bäume, die in ihrer Vielfalt genau das Thema widerspiegelten. Fachkundig und konzentriert wurde jeder Baum individuell betrachtet und besprochen, wie sich die weitere Entwicklung und Verbesserung gestalten könnte. Auch hier vermittelte Martin Sturm viel Wissen und gab interessante, artenbezogene Tipps. Für alle Teilnehmer war es daher erneut eine gelungene Fortbildung und ein schönes Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen!

Unsere Weiterbildung mit Dirk Darbringhausen am 2.11.2025

Dirk Dabringhausen war Anfang November 2025 der Referent für die Schulung des Regionalverbands
„Bonsai im Norden“. Diesmal verzeichneten die Organisatoren mit 44 Teilnehmern einen neuen
Höchststand. Das ist wohl auch ein Zeichen dafür, dass sich Kiefern weiter ungebrochener Beliebtheit
erfreuen. Außerdem ist das Treffen offensichtlich für viele Bonsai-Enthusiasten eine gern genutzte
Möglichkeit, alte Freunde wiederzusehen und neu ins Gespräch zu kommen.
Obwohl der Referent bei der Schulung auf eine Präsentation verzichtete, gelang es ihm problemlos, die
Zuhörerschaft ohne weitere technische Hilfsmittel in den Bann zu schlagen, nur aufgrund seiner
spannend vorgetragenen Informationen, Erfahrungsberichte und Praxis-Tipps zu den verschiedenen
Arten der Kiefern und ihrer Pflege.
Nach Dirk Dabringhausen sollten die klar formulierten Ziele sein: An erster Stelle steht der gesunde und
kräftige Baum, danach folgen Maßnahmen zum Wuchskraft-Ausgleich und erst an dritter Stelle steht
die Gestaltung! Der Referent berichtete u.a. über die Ansprüche der Kiefern an Bodensubstrat,
Standort, Wasser und Düngung. Das Substrat sollte für alle Kiefern luftdurchlässig und weitgehend
mineralisch sein. Staunässe durch Bodenverdichtung oder nicht ausgesiebte Feinanteile wird nur
schlecht bis gar nicht vertragen, das gleiche gilt für Anreicherung von Elektrolyten, z.B. durch
Überdüngung. Als Gießwasser kann häufig Leitungswasser verwendet werden, da dies standardisiert
ist und generell wenig Elektrolyte enthält. Auch (meist leicht saures) Regenwasser kann man einsetzen.
Kiefern schätzen einen luftigen und möglichst sonnigen Standort. Zur Vermeidung von Pilzinfektionen
sollte ein Übersprühen nur im Sommer bzw. bei entsprechend hohen Temperaturen und guter Lüftung
erfolgen.
Kiefern sind in unseren Breiten (bis auf die Mädchenkiefern) winterhart, besonders wenn die Schalen
eingegraben werden. Allerdings muss der Wurzelbereich von Mädchenkiefern vor Temperaturen von
weniger als minus 5 °C geschützt werden. Bei der Winterruhe ist (wie bei allen Bäumen) auch darauf zu
achten, dass möglichst keine Störung durch frühzeitige Erwärmung eintritt, wie dies z.B. im
Gewächshaus durch Sonneneinstrahlung und zu geringe Lüftung geschehen kann.
Dirk Dabringhausen ging auch auf die verschiedenen Düngemethoden (organisch und mineralisch) ein.
Bei mineralischer Düngung ist die Gefahr einer Übersättigung mit Elektrolyten höher, dafür aber die
Verdichtungsgefahr für das Substrat geringer. Wird im Frühjahr verstärkt gedüngt, bilden sich längere
und kräftigere Kerzen. Liegt der Schwerpunkt der Düngung im Sommer, so bilden sich verstärkt neue
Knospen. Auch im Herbst und Winter kann bis zu Temperaturen von ca. 9 °C weiter gedüngt werden,
wobei auf stickstoffarme Produkte geachtet werden sollte.
Möchte man die Rückknospung fördern, schlägt Dirk Dabringhausen folgendes vor: Aufdüngung im 2.
Halbjahr und Wachsenlassen der Kerzen im Folgejahr mit weiter guter Düngung bis ca. Anfang Juni.
Erst dann werden die Kerzen geschnitten (nicht gebrochen), so dass 6 – 8 Nadelpaare pro Kerze
stehenbleiben. Dabei wird auf Wuchskraft-Ausgleich geachtet, durch stärkeren Rückschnitt im
Kronenbereich. Durch weiter gute Düngung wird dann die Rückknospung gefördert.
Über diese vielen Informationen hinaus nahm sich der Referent aller mitgebrachten Bäume an, und
besprach mit den Besitzern detailliert Verbesserungsmöglichkeiten bei Pflege und Gestaltung.
Erneut zeigte sich, wie interessant ein solches Fachthema aufbereitet werden kann, und wieviel Spaß
das Wiedersehen und der Austausch mit Teilnehmern und Freunden gemacht haben!

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Unsere Weiterbildung mit Max Engels am 30.03.2025

Max kam, sprach über Hörner und siegte. 
Seine Weiterbildung über Pflege von Einhorn, Nashorn und Ahorn war frisch, gut aufbereitet und hat die Zuhörer sehr gut mitgenommen. Fazit: bei tierischen Hörnern ist doch ein -im wahrsten Sinne des Wortes – großer Pflegeanspruch da, sie sind eindeutig noch schwieriger zu pflegen als Ahörnchen, weshalb wir uns gerne und zügig unseren pflanzlichen Freunden zuwendeten.
Ahorne gibt es ja in Hülle und Fülle, nicht nur Hunderte von Fächerahorn-Sorten, sondern auch den einheimischen Spitz- und Bergahorn mit natürlich großen Blättern, Feuerahorn, Zuckerahorn und viele, viele mehr. Abgesehen von der sehr einfachen Pflanzenbeschaffung von Spitz- und Bergahorn, gilt das Hauptaugenmerk der Bonsaifreunde dem japanischen Fächerahorn, der ja auch in den kleineren Hausgärten sehr beliebt ist.
In den Schalen ist natürlich eine spezielle Pflege angesagt:
Um die Wuchskraft zu regulieren und teils sehr ungestüme Wachsen der Triebe zu bremsen, kann man vor dem Austrieb einmal rund um den Schalenrand die Wurzeln kappen, also sozusagen einen Ring dort schneiden. Damit wird das Wachstum schon sehr reduziert.
Auch für das Prinzieren, also das Entfernen des Mitteltriebes im Austrieb, schlägt er eine andere Vorgehensweise vor: erst die beiden ersten Seitenblätter entfernen und den Mitteltrieb dann etwas später einkürzen. Dadurch verkürzt man die langen Internodien stärker und es entsteht eine feinere Verzweigung, ist seine Empfehlung.
Diese Maßnahmen sind natürlich nur bei absolut kräftigen und gesunden Bäumen angesagt.
Max‘ Credo zur Verbesserung von Ahorn und zum Lösen von Problemen ist Bohrpropfen, um Äste oder Wurzeln an Stellen zu kreieren, an denen zwar keine sind, ästhetisch aber wünschenswert wären. Die „Magie des Bohrpfopfens“ nennt Max Engels diese Methode, weil sie genaue, vorhersagbare Ergebnisse erzielt. Lange haben wir bei den mitgebrachten Bäumen in der Besprechung auch über diese Möglichkeit gesprochen und bei fast jedem der besprochenen Bäume fand sich eine Stelle, wo ein zusätzlicher Ast eine deutliche Verbesserung darstellen würde.
Auch das Anlaktieren von Wurzeln bietet große Verbesserungspotenziale, die wir diskutiert haben.
Die 34 Teilnehmer waren trotz der großen Gruppe sehr konzentriert und folgten auch den Besprechungen der anderen Bäume mit vielen eigenen Gedanken und Vorschlägen, so dass sich ein guter Austausch in fröhlichem Miteinander ergab, der alle Teilnehmer mitnahm.